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Volkskrankheit Depression
‚‚Auf Menschen mit Depressionen wurde ich zum ersten Mal aufmerksam, als ich eine neue Arbeitsstelle in einer Frauenklinik aufnahm und Mütter sah, die gerade ein Kind verloren hatten“, so Dr. med. Karl-Heinz Schmitt. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie beeindruckte mit seinem Vortrag über ,,Depressionen“ vergangenen Mittwoch in der Kreisklinik Bad Neustadt gut 30 Teilnehmer.
In dem neunzigminütigen Fachvortrag ging es vor allem darum, wie man Depressionen erkennt, versteht, behandelt und begleitet. Das Interesse an dem Thema ist groß, da Depressionen sehr verbreitet sind und inzwischen häufig erst im Erwachsenenalter auftreten und zu den Volkskrankheiten gehören. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. So unterschiedlich wie die Krankheitsbilder einer Depression, so verschieden können auch die Ursachen sein. Frühkindliche Prägungen, der Verlust einer Bezugsperson durch Tod oder Scheidung oder die Geburt eines Geschwisters können depressives Verhalten auslösen. Behandelt wird diese Krankheit üblicherweise durch eine Kombination aus Antidepressiva und Psychotherapie. Ergänzend oder alternativ können Sport, Entspannungsverfahren und Selbsthilfegruppen wirksam helfen. Das ärztliche Gespräch mit einem ausgebildeten Facharzt auf diesem Gebiet sei jedoch unerlässlich, hob der Psychotherapeut hervor. ‚‚Wir Ärzte müssen die Patienten ernst nehmen, ihnen Mut machen und interessiert und gezielt nachfragen, auch wenn es um Suizidgedanken geht“, so sein Appell. Mit einem Foto, auf dem eine kleine wachsende Pflanze von zwei Händen umfasst wird, klang der Vortrag aus und regte zum Nachdenken an. Bereits im vergangenen Jahr haben in der Kreisklinik niedergelassene Fachärzte und Psychotherapeuten über psychosomatische Themen referiert. Ziel war es, Vertreter der klassischen Medizin für die Psychosomatik zu sensibilisieren und umgekehrt. Aufgrund des großen Interesses wird die Fortbildungsreihe dieses Jahr fortgesetzt. Foto: Referent Dr. Karl-Heinz Schmitt mit dem Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Rainer Kuhn, und Organisatorin Roswitha Franz. |