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An der einstigen Wirkungsstätte
20 Jahre nach Neubau der Kreisklinik: Spannender Erzählabend mit vielen Ehemaligen
Bad Neustadt: Als Erzählabend geplant wurde die Runde ein großes Ereignis. Denn 20 Jahre nach dem Neubau der Kreisklinik Bad Neustadt kamen viele Ehemalige an den Ort ihrer einstigen Wirkungsstätte zurück. Und was gab es da nicht alles zu erzählen an Erinnerungen – an den Berufsalltag damals, an medizinische Gegebenheiten und an Menschen auf beiden Seiten – medizinisches Personal wie Patienten.
Noch lebhaft in Erinnerung plauderten die ehemaligen Chefärzte mit den heutigen. Nur 20 Jahre sind vergangen und doch hat sich die Medizin gewaltig fortbewegt. Kaum mehr vorstellbar erwiesen sich die Arbeitsbedingungen der Altvorderen, die im Gegenzug über die Neuerungen staunten. „Es hat damals aber auch bei uns alles geklappt“, versicherten die Gekommenen in trauter Einigkeit.
Dr. Georg Habermann war von 1959 bis 1985 Chefarzt der Inneren Medizin. Er baute zusammen mit Dr. Josef Bocklet als einzigem weiteren Chefarzt die Abteilung auf. Aber auch die Dialyse-Station gilt als sein Verdienst, die er 1972 nach Würzburg als zweite überhaupt in weitem Umkreis aufbaute. Ganz besonders freute er sich, seinen eigenen Sohn, „den Herrn Landrat“, mal wieder zu sehen. Der ihm eigene Humor sollte an diesem Abend noch für viele Lacher sorgen. Noch allzu gut hatte er die Zeit mit den Nonnen und ihrem Regime in Erinnerung. „Ein männlicher Pfleger“ hatte da keine Chance.
Persönlich war er zuvor zusammen mit Dr. Josef Bocklet am Schweinfurter St. Josefs-Krankenhaus als Oberarzt tätig. Das Krankenhaus in Bad Neustadt prägten beide entscheidend mit. Bocklet, Chefarzt der Chirurgie von 1959 bis 1990, galt seinerzeit als „Chirurg alter Prägung“. Er machte einfach alles. „Eine schwierige, aber erfolgreiche Zeit“.
Wie schon die beiden Vorredner bescheinigte auch Dr. Elmar Söllner, er war von 1985 bis 2006 Chefarzt der Inneren Medizin, der heutigen Kreisklinik sehr gute Zukunftschancen. Dr. Klaus-Dieter Fischer hatte ursprünglich ein Faible für Chirurgie (1966 bis 1970), baute dann aber die Anästhesie auf, deren Chef er von 1974 bis 2002 war. Ganz besonders lobte er das Pflegepersonal damaliger Zeiten, die noch Patienten intubieren und Infusionen legen konnten, was heute gar nicht mehr gelehrt werde.
Als Belegarzt der Gynäkologie wirkte Dr. Horand Zitzmann, der sich bereits 1973 als Frauenarzt in Bad Neustadt niedergelassen hatte. Er berichtete von rund 550 Geburten jährlich, heute ist die Geburtsrate auf etwa 400 gesunken. Als aktuelle Chefärzte anwesend waren Dr. Michael Sperlich, seit 2005 Chefarzt der Abteilung Unfall- und Wiederherstellungschirurgie sowie Dr. Rainer Kuhn, Chefarzt der Inneren Medizin seit 2007. Kuhn berichtete von seiner Ausbildung als Chirurg in einem Bundeswehrkrankenhaus.
Medizin fest in männlicher Hand, der Pflegebereich in weiblicher. So war es früher. Auch die ehemaligen Krankenschwestern hatten so einiges zu erzählen. Kaum zu glauben, was sich in der doch relativ kurzen Zeit von 20 Jahren so alles verändert hat. Damals sei die Arbeit körperlich noch sehr viel anstrengender gewesen. Bedenke man bloß, dass die Betten weder Rollen besaßen noch höhenverstellbar waren. Bildunterzeile: Der Erzählabend in der Kreisklinik sorgte für ausgesprochen viel Heiterkeit. Mit dabei waren (jeweils von links) in der oberen Reihe Geschäftsführerin Ebba-Karina Sander mit Dr. Georg Habermann, Dr. Rainer Kuhn, Landrat Thomas Habermann, Dr. Michael Sperlich und technischer Leiter Albrecht Walther sowie in der unteren Dr. Josef Bocklet, Dr. Klaus-Dieter Fischer, Dr. Elmar Söllner und Dr. Horand Zitzmann. Foto: Partl
(Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Rhön- und Saalepost) |